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Thema 9 - Dehnen – Nutzen und Bedeutung

1. Problem
Vielfach herrscht das Vorurteil, Krafttraining würde die Muskulatur verkürzen. Ohne entsprechende Dehnübungen wäre diese Problematik nicht reversibel. Aus diesem Grund fragen sich viele Kunden, warum es bei Opti Mum Training keine Einweisung in Dehnungsübungen gibt.
Bevor wir hierauf eingehen, möchten wir Ihnen einen kurzen Überblick über die derzeitigen Expertenmeinungen in Bezug auf den Effekt und die Bedeutung eines Dehnungsprogramms geben.


2. Expertenmeinungen zum Thema „Dehnen"
Dehnübungen vor oder nach dem Sport schützen nicht vor Muskelkater und Sportverletzungen, haben australische Forscher herausgefunden. Ihre Ergebnisse stehen somit im Gegensatz zu gängigen Trainingsmethoden, die Stretching empfehlen, berichten sie in dem medizinischen Fachblatt "British Medical Journal" (Bd. 325, Nr. 7362). Die Wissenschaftler werteten fünf Studien aus, die sich mit der Wirkung von Dehnübungen auf die Muskulatur befassen. Das Stretching, so das Ergebnis, könne die Gefahr eines Muskelkaters nicht reduzieren. Auch die Verletzungsgefahr werde nicht merklich verringert: Dehnübungen können, so die Berechnung der Forscher, durchschnittlich alle 23 Jahre eine Verletzung verhindern - der Effekt sei also außerordentlich gering.

„Die neuen Erkenntnisse über die fibrilläre Struktur der Muskelfaser einerseits und die Befunde zur Wirkung von Dehnungstraining und Krafttraining auf Ruhespannung und Muskellänge andererseits verlangen eine Korrektur in der trainingswissenschaftlichen und physiotherapeutischen Muskellehre und ein Umdenken in der Bewertung und Behandlung muskulärer Dysbalancen. Nicht Dehnungstraining des "verkürzten" muskulären Partners innerhalb eines balancegestörten Gelenksystems, sondern Krafttraining auf der Seite des Spannungsdefizites scheint die angeratene Behandlungsmethode zu sein." (Dr. Klaus Wiemann Bergische Universität- Gesamthochschule Wuppertal).

Ein Zitat von Dr. phil. Jürgen Freiwald von der Orthopädische Universitätsklinik in Frankfurt am Main, der sich im Jahre 1994 wie folgt äußerte: „...ein Problem stellt das Dehnen schon hypermobiler Gelenke dar. Hypermobilität kann sowohl anlage- als auch trainingsbedingte Ursachen haben. Bei solchen Voraussetzungen geht die weitere Entwicklung der Beweglichkeit möglicherweise auf Kosten der stabilen Führung der Gelenke. Am Schultergelenk werden die Gefahren besonders deutlich..." unterstreicht die derzeitige Kontroverse zu diesem Thema.

Es ist schade, dass in den meisten Diskussionen zur Thematik kein Hinweis dazu erscheint, wie wichtig es für Patienten und Sportler ist - vielleicht wichtiger als die Dehnung selbst - auf eine schonende Ausführung der Übungen zu achten. Das bedeutet, keine anderen (Wirbelsäule, Nerven) als die zu dehnenden Strukturen zu belasten.


3. Maßnahmen zur Beweglichkeitsförderung durch das Opti Mum Trainingskonzept
Um die Beweglichkeit zu fördern oder zu verbessern, bietet das Krafttraining effektive und verletzungsarme Möglichkeiten. Durch das Training im vollen Bewegungsradius werden die bei der Übung trainierten Muskeln jeweils gedehnt. Diese Phase kann kurz gehalten werden. Der primäre Effekt, der sich hieraus ableiten lässt, ist ein subjektiv angenehmes Gefühl - vor allem jedoch eine Vordehnung, die zur Verbesserung der Beweglichkeit und Kraftentfaltung dient.
Ihr Trainingsplan enthält immer Übungen, die die Muskelgruppen des Körpers gleichmäßig und in einem ausgewogenen Verhältnis trainieren. Alle Muskeln, die an der Bewegung eines Gelenkes einbezogen sind, werden trainiert.
Daher wählen wir für Sie Übungen aus, die immer die gegenüberliegenden Muskeln (zum Beispiel Druckübung für die Brustmuskulatur und Zugübung für die Rückenmuskulatur) beanspruchen. Wir nennen das „Zug und Gegenzug" - das bedeutet, dass der trainierte Muskel (Agonist) gestärkt, sein Gegenspieler (Antagonist) gedehnt wird. Am Beispiel Oberarmmuskulatur lässt es sich folgendermaßen erklären. Durch eine Beugebewegung wird der Oberarmbeugemuskel (Bizeps) trainiert und gestärkt. Er ist somit bei dieser Übung der Agonist. Sein Gegenspieler
(Antagonist), der Oberarmstreckmuskel (Trizeps), wird durch die Beugebewegung des Ellenbogens in die Länge gezogen, eine Dehnung findet statt. Um beide Muskeln gleichmäßig zu stärken (ein Ungleichwicht / Dysbalancen zu vermeiden) und eine ausgeglichene Beweglichkeit herzustellen, werden beide Bewegungen - Beugung und Streckung des Ellenbogens durch entsprechende Übungen in Ihren Plan eingebaut.


4. Literatur / Quellen
WIEMANN K., KLEE A., STARTMANN, M.: Filamentäre Quellen der Muskelruhespannung und die Behandlung muskulärer Dysbalancen. Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin Nr. 4 (1998)

WIEMANN K. : Effekte des Dehnens und die Behandlung muskulärer Dysbalancen. In Siewers, M., Muskelkrafttraining. Bd. 1: Ausgewählte Themen. Alter, Dehnung, Ernährung, Methodik, 95-120, Kiel (2000)

Internet:

Mythos und Wahrheit zum Thema Dehnen:
http://gin.uibk.ac.at/thema/sportundernaehrung/dehnen.html

© 2009 Opti Mum Training

 

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